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Il était une fois ...

PARIS

Es war einmal ...

... so fangen Märchen an: Geschichten von wundersamen Be­ge­ben­hei­ten und Begegnungen aus längst ver­gan­ge­ner Zeit; mit Fabelwesen, die es nur in der eigenen Phantasie gibt; an Or­ten, die unwirklich sind, die ei­nem aber – bei guten Märchen – real vor­kom­men; mit Handlungen, die sich meist zum Guten wen­den. Paris ist so ein Mär­chen­ort, zumindest zur Zeit.

Il y a un an

28. April 2021: Genau heute vor einem Jahr habe ich diese Bilder zum ersten Mal veröffentlicht; Bilder, die ich ei­gent­lich nie zei­gen wollte, weil meine Straßenfotografie eigentlich nur mir ge­hört. Eigentlich – denn die Co­ro­na-Pan­de­mie hatte alles von jetzt auf gleich auf den Kopf gestellt, alles fiel aus. Ich nutzte die ge­won­ne­ne Zeit, etwas Ordnung in mein Pri­vat­ar­chiv zu brin­gen, meine Bilder zu sichten. Dabei entstand die Idee, mein Netz­werk virtuell nach Paris zu entführen, den Betrachtern für ein paar Minuten das Abtauchen in Eu­ro­pas schönste Me­tro­po­le zu er­mög­li­chen, sie für einen Augen-Blick zurück in die Nor­ma­li­tät zu bringen, ihnen den Mund wässrig zu ma­chen für bes­se­re Zei­ten, die da garantiert kommen würden.

Die Resonanz war überwältigend: Nach sechs Wochen Lockdown er­schien den meis­ten die Fröh­lich­keit und Un­be­schwert­heit, die meine Bilder ausstrahlten, ein Stück weit surreal und sie wa­ren dank­bar für die Auszeit, ein kurzes Zurückdrehen der Uhr auf vor Corona. Ein jeder hegte die Hoff­nung, dass Reisen im Herbst wie­der möglich wäre.

Es kam, wie Sie wissen, anders: Was vor einem Jahr noch greif­bar am Ho­ri­zont schien, scheint momentan in weiter Ferne. Nor­ma­li­tät von Stra­ßen­ca­fés? Undenkbar! Essen gehen in eng be­stuhl­ten Pariser Bistros? Wo den­ken Sie hin! Fahrten in der voll­be­setz­ten Métro? Sind Sie des Wahn­sinns?! Eine Reise nach Paris, von Bonn so weit wie Hamburg, Mün­chen oder Berlin, er­scheint ak­tuell fast so un­mög­lich, wie ein Flug zum Mars.

Changement de perception

Eines an diesem Projekt hat mich selbst über­rascht – unsere Wahr­neh­mung die­ser Bil­der hat sich im Lau­fe des Jah­res ge­wan­delt. Sie wur­den zum Grad­mes­ser, wie sehr die Pan­de­mie die ei­ge­ne Si­tu­ation und (Zu­kunfts-)Pers­pek­tive ver­än­der­te (und noch immer ver­än­dert):
  • Vor dem ersten Lockdown er­zähl­ten sie von der Le­bens­bunt­heit einer mär­chen­haf­ten Stadt, mit­ten in Eu­ro­pa, gerade einmal fünf Zug­stun­den entfernt – man musste nur einsteigen.
  • Im ersten Lockdown gaben sie, bei aller Irritation, Hoffnung, dass diese Normalität bald zu­rück­keh­ren würde – man musste nur abwarten.
  • Jetzt, im dritten Lockdown, er­schei­nen sie un­wirk­lich, wie aus einer anderen Zeit. Sie er­in­nern uns an etwas, das wir kann­ten, dessen Wie­der­kehr aber in wei­ter Fer­ne scheint – man muss wohl noch ein Weil­chen an Wun­der glau­ben.
  • In einem halben Jahr oder Jahr, wenn Sie dann diese Bilder (er­neut) seh­en, werden sie wie­de­rum anders wirken; hof­fent­lich nicht mehr so unwirklich wie zur Zeit – man müsste in die Zukunft sehen können.

Et vous?

Mich interessiert sehr: Wie war / ist der Wan­del der Wahr­neh­mung die­ser Bil­der für Sie, wie nah­men / neh­men Sie sie wahr? Wie ord­nen Sie sie mo­men­tan vom Ge­fühl her ein – eher in früh­ere Zei­ten, et­wa ei­nes Ro­bert Doisneau oder Cartier-Bresson, oder doch eher in die Ge­gen­wart*? Wie er­reich­bar er­scheint Ih­nen der­zeit die­ses Paris, wie real fühlt es sich (wie­der) an?
Schreiben Sie mir! Ich freue mich über Post an es-war-einmal@eyetill.com.

L'édition

Zu dieser Werk­rei­he gibt es zwei attraktive Edi­tio­nen:
  • Freundeskreis-Edition |Format 20 cm x 30 cm | Fotoabzug auf Fuji DP II Professional Lustre Paper | Auflage 25 + 2 Ex. | nummeriert, signiert.
  • Sammler-Edition | Format 40 cm x 60 cm | Fineart Print auf Hahnemühle PhotoRag 308 g | Auflage 12 + 1 Ex. | nummeriert, signiert mit Zertifikat.
Mit dem Kauf ei­nes hoch­wer­ti­gen Ori­gi­nals er­wer­ben Sie ein blei­ben­des Stück Freu­de und un­ter­stütz­en zu­gleich mei­ne Ar­beit. Noch bis 31. Au­gust pro­fi­tie­ren Sie von 10% Subs­krip­tions­ra­batt – gern sen­de ich Ihnen die Preis­liste.

Le livre

Ein Fotoband mit Kurz­ge­schich­ten zu ein­zel­nen Bil­dern die­ser Serie ist in Vor­be­rei­tung. Demnächst mehr – lassen Sie sich über­raschen!

La promenade

Aktuell! Am 29. Mai habe ich Sie zu einem Kunst­spa­zier­gang ein­ge­la­den, ein Stück­chen Paris am Rhein­ufer in Bonn zu ge­nießen. Zwi­schen dem Trep­pen­auf­gang Tem­pel­stra­ße und dem Al­ten Was­ser­werk hatte ich alle 40 Bil­der die­ser Se­rie als Kunst im öf­fent­lich­en Raum prä­sen­tiert. Ein zwan­zig­mi­nü­ti­ger Spa­zier­gang mit Blick auf das herr­li­che Sie­ben­ge­birgs-Pa­no­ra­ma, vor­bei am al­ten Bun­des­tag, der Skulp­tur "L´All­umé" von Mark di Su­ve­ro und dem neu­en UN-Hoch­haus sollte Ih­nen Freu­de be­rei­ten und zum Aus­klang der Pan­de­mie eine Ex­tra­por­tion Zu­ver­sicht ge­ben.

Die Freude war von kurzer Dauer: Kei­ne 48 Stun­den nach Häng­ung wur­de knapp die Hälf­te da­von mit roher Ge­walt her­un­ter­ge­ris­sen. An­ders als die Ar­bei­ten die ver­blie­ben sind, zeig­ten diese 19 Bil­der Per­so­nen mit dunk­ler Haut­far­be, nicht­christ­li­cher Re­li­gion oder gleich­ge­schlecht­li­cher Orien­tie­rung. Wenn man als Künst­ler Bil­der in den öf­fent­li­chen Raum hängt, muss man wohl (lei­der!) da­mit rech­nen, dass das ei­ne oder an­de­re ei­nen Lieb­ha­ber fin­det, der es nicht kau­fen möch­te, oder dass je­mand ein Bild 'ver­schö­nert'. Da­rauf ha­be ich mich emo­tio­nal vor­be­rei­tet. Nicht je­doch auf das, was kam.

Denn dies war kei­ne blin­de Zer­stö­rungs­wut, kein Frust ab­las­sen, dies war ei­ne Bot­schaft: „Wir wol­len hier kei­ne Min­der­heit­en se­hen!“ Da­mit war es kein An­griff auf mei­ne Aus­stel­lung, son­dern ein An­griff auf un­se­re frei­heit­li­che Ge­sell­schaft, auf die Bonner Stadt­ge­sell­schaft. Plötz­lich trifft mich ein The­ma, das ich bis­lang nur aus den Me­dien kann­te, per­sön­lich, haut­nah, mit al­ler Wucht.

Indem der oder die Täter die Bil­der sehr be­wusst se­lek­tiert ha­ben, ha­ben sie mir zu­gleich ihre of­fen­sicht­lich frem­den­feind­li­che Sicht­wei­se auf­ge­zwun­gen: Ich musste zur Scha­dens­be­ur­tei­lung prü­fen, ob sich aus den feh­len­den Wer­ken even­tu­ell ein Mus­ter er­gibt. Dies zeigt sich tat­säch­lich, wenn man nicht bloß die je­wei­li­ge Szene sieht, son­dern die Ab­ge­bil­de­ten ka­te­go­ri­siert. Mir ha­ben sie da­mit die Un­schuld mei­ner Bil­der ge­nom­men.

Um Ihnen die Per­fi­di­tät die­ser Tat zu ver­deut­lich­en: Der oder die Täter ha­ben sich nicht nur die Mü­he ge­macht, die ge­sam­ten 1,2 km des Kunst­spa­zier­gangs ab­zu­lauf­en, der oder die Tä­ter ha­ben die Bil­der sorg­fäl­tig aus­ge­wählt, um ihre Bot­schaft un­miss­ver­ständ­lich zu ma­chen: Bei ei­nem der zer­stör­ten Bil­der, es zeigt ei­ne Weiße Frau in der Metro, war ich mir si­cher, dass es nicht den schein­ba­ren 'Aus­wahl­kri­te­rien' ent­sprach. Erst der Staats­schutz mach­te mich auf ein ei­gent­lich un­we­sent­li­ches Bild­detail auf­merk­sam: Ei­ne Hand, die sich am Hal­te­griff ne­ben der Da­me fest­hält, ist Schwarz. Nein, das ist nicht das Au­ge für De­tails, das sich der Künst­ler bei sei­nem Pub­li­kum wünscht.

Der Verlust an Zeit – allein in die Vor­be­rei­tung die­ser Aus­stel­lung sind weit über 100 Stun­den ge­flos­sen – und Geld ist, trotz schwie­ri­ger Zeit­en, zu ver­kraf­ten. Der Ver­lust an To­le­ranz und Dis­kurs ei­ner Ge­sell­schaft, ist es nicht. Da­her: Setz­en Sie Stopp­si­gna­le, wo im­mer nö­tig. Und ma­chen Sie den Er­folg des oder der Täter zu­nich­te, in­dem Sie diese Web­site mit den Bil­dern tei­len.

Der Kunst­spa­zier­gang ist noch bis Mit­te Ju­ni an der Rhein­pro­me­na­de zu seh­en; an die Stel­len der feh­len­den Bil­der ha­be ich ein Pla­kat mit die­sem State­ment ge­hängt.

Sie sind herzlich eingeladen!


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Der Bonner Ge­ne­ral-An­zei­ger, die WDR Lo­kal­zeit so­wie die SAT.1-Nach­rich­ten ha­ben be­rich­tet.


Der Verkauf der Ori­gi­na­le des Kunst­spa­zier­gangs soll­te hel­fen, ei­ne wei­te­re Aus­stel­lung die­ser Werk­reihe im Herbst zu fi­nan­zie­ren; dies ist durch die Zer­stö­rung zu­nächst ge­stoppt.
Ein Teil der her­un­ter­ge­ris­se­nen Bil­der wur­de wie­der­ge­fun­den – ich über­le­ge, die­se in ei­ner Ex­tra-Aus­stel­lung zu zei­gen, um der Zen­sur durch den oder die Tä­ter et­was ent­ge­gen­zu­setz­en. Ort und Zeit sind noch of­fen. Gern tra­ge ich Sie in mei­ne Ein­la­dungs­lis­te ein und hal­te Sie auf dem Lau­fen­den: invitation@eyetill.com.


Und wenn Sie mö­gen, kön­nen Sie un­ter paypalme.eyetill ei­nen Bei­trag zur Fi­nan­zie­rung des Pro­jekts leis­ten. Jeder Betrag – auch be­reits der Ge­gen­wert eines café au lait – ist eine An­er­ken­nung meiner Arbeit und eine will­kom­me­ne Un­ter­stütz­ung. Merci beaucoup!

* Ein Teil dieser Arbeiten entstand tat­säch­lich En­de Februar 2020, kurz vor Aus­bruch der Pandemie in Europa.
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